Pleione, die tibetische Zwergorchidee

Pleione, die tibetische Zwergorchidee de-de

Eine einfach zu züchtende Gartenorchidee mit relativ großen Blüten, die vor den Blättern erscheinen. Die Gattung Pleione stammt aus den Bergen. Sie wächst dort auf Felsvorsprüngen mit Humus, auf verfaulenden Baumstämmen und manchmal festigt sie sich in dicken Lagen von Moos auf den Ästen, so wie auch Farne sich manchmal verhalten.

Die ersten Pleionen wurden erst Anfang des letzten Jahrhunderts nach England importiert. Es gibt ca. 25 Sorten von Pleionen, die alle aus dem selben Teil der Welt kommen (China, Nordindien, Tibet, Thailand, Nepal) und wo inzwischen einige Hybriden gezüchtet wurden.

Gartenorchidee ist kein Fantasiename. Die Gattung Pleione gehört wirklich zu den Orchidaceae. Das Besondere an dieser Orchidee ist, dass sie bei der Fortpflanzung von einer zwiebelartigen Struktur Gebrauch macht. Dies ist eine Eigenschaft, die bei mehreren Gewächsen vorkommt als nur bei den typischen Blumenzwiebeln. Die Erdmandel, der knollige Hahnenfuß und das knollige Fuchsschwanzgras legen ihren Nährstoffvorrat ebenfalls unterirdisch fest und auch die Erdbirne (Helianthus tuberosus, auch Topinambur oder Jerusalemartischocke genannt) tut dies.

In der Zwiebelwelt schaute man diese Orchideen ursprünglich etwas befremdet an und sie wurden bis vor kurzem auch nicht als ein Produkt anerkannt, das ‚dazugehörte’. Die Zwiebelwelt und die Orchideenwelt liegen weit auseinander. Bei der Pleione treffen sie jedoch auf angenehme Weise aufeinander.

Einige Sorten stammen aus höher gelegenen Plätzen im Himalaja und sind deshalb recht gut beständig gegen Frost. Viel mehr als man es eigentlich von Orchideen gewöhnt ist. Sie können daher auch gut draußen verwendet werden, vor allem wenn sie geschützt stehen. Es ist jedoch trotzdem vernünftig, sie im Winter vor strengem Frost zu schützen, indem Sie sie abdecken und den Schutz im Frühjahr wieder entfernen.
Die Pleione hat eine Zwiebel, die meistens ganz, oder fast ganz über der Erde wächst. Viel Sonne benötigen sie nicht, Halbschatten ist schon ausreichend. Eine Voraussetzung ist, dass der Boden nicht zu trocken ist. (Haben Sie halb zersetzte Buchenblätter und/oder halb zersetzte Tannennadeln? Diese liebt die Pleione).

Mit Einblick in ein paar grundlegende Ansprüche sind sie einfach zu züchten. Sie haben eine untiefe Bewurzelung. Sie können am besten in Gruppen in einem offenen und luftigen Mix gezüchtet werden, mit Schutz vor Frost, vor allem wenn sie zu blühen beginnen.

Pleione ‘Tongariro’ ist entstanden aus einer Kreuzung zwischen der Pleione ‘Versailles’ und der Pleione speciosa (oder pleionoides).

Heute stehen in den botanischen Gärten von Utrecht mehrere Hundert Pleionen in einer gestapelten Wand von Torfen. In den Torfen wird ein Loch gestochen und darin werden die Zwiebeln gepflanzt. Diese Torfwand ist ein Teil der sogenannten Torfterrassen, wo die schattenliebenden Pflanzen stehen. Im Winter sind die Torfblöcke feucht, aber nie ganz nass. In den Sommermonaten stehen diese Orchideen und andere Pflanzen hier relativ kühl und feucht. Im Mai blühen diese Orchideen in den Gärten und viele Menschen kommen dann speziell zu den botanischen Gärten.

Mythologie

In der Griechischen Mythologie war Pleione, deren Name im Griechischen "Segelnde Königin" bedeutet, eine der Okeaniden. Dies waren die Kinder von Okeanus und Tethys. Dem Titan Atlas gebar sie sieben Kinder, die Plejaden.
Atlas und Pleione hatten 7 Töchter.