Geißblatt



Geißblatt oder Lonicera ist ein Kletterstrauch, oder besser gesagt eine Gattung von Klettersträuchern, die in Europa, China, Asien und in den USA vorkommt, und damit einen großen Teil der Erdoberfläche einnimmt. Ein Kletterstrauch, der sich ursprünglich nicht haftet, sondern der sich um Bäume und Sträucher windet. Er kann also mit Schatten umgehen. Zwar wächst er zum Licht, aber er hat kein Problem mit einem schattenreichen Standort.

Es gibt viele Sorten hiervon. Sie wachsen auf jedem feuchten Boden, am liebsten im Halbschatten, aber auch in den Schatten können sie gepflanzt werden. Als Kletterpflanzen wachsen sie dann zum Licht hin. Die holzigen Stängel können Meter lang werden.
Kletterpflanzen können sich auf mehrere Weisen hoch arbeiten. Das Geißblatt tut dies, indem es sich um Sträucher und Bäume windet. Die Pflanze ist rechtswindend, d.h. dass alle Loniceras sich auf dieselbe Weise, rechts herum, um Sträucher und Bäume winden.

Duft

Das Geißblatt verbreitet einen herrlichen Duft, vor allem die verschiedenen Waldgeißblatt-Sorten (Lonicera periclymenum) und vor allem am Abend. An Sommerabenden kann es sogar vorkommen, dass man die Lonicera riecht, bevor man sie sieht. Die Pflanze zieht damit Nachtfalter und andere Insekten an, die in der Dämmerung aktiv sind und die für die Bestäubung sorgen.

Blüten

Die Blüten des Geißblatts haben gestielte Köpfe, gelbweiß, manchmal ins Rot oder Lila verlaufend, 4 bis 5 cm. Die Blüte hat 2 Lippen mit einer schmalen, mindestens 2 cm langen Kronröhre. Die Oberlippe und die Unterlippe krümmen sich während der Blüte etwas nach hinten. Die Blüten haben lange Staubbeutel, die scharnierartig an den aus der Krone herausragenden Staubfäden befestigt sind.

Bekannte Geißblatt-Sorten sind:

  • Lonicera periclymenum ‘Belgica’ mit Blättern, die etwas dicker sind als die der gewöhnlichen Lonicera periclymenum. Und mit Kronblättern, die besonders violett-purpur gefärbt sind, während die Blüten noch in der Knospe stehen.
  • Lonicera periclymenum ‘Serotina’ ist die andere bekannte Sorten, mit Blättern, die gerade etwas dünner sind. Ihre Blüten sind in der Knospe dunkelviolett gefärbt.
  • Ein besonders winterhartes Geißblatt ist die Lonicera heckrotti. Hieraus ist die  ‘Goldflame’ entstanden, die 1960 aus Amerika nach Europa importiert wurde und hier sehr beliebt wurde.


Geißblatt gibt seinen Namen auch der Familie, zu der es gehört: der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). Über den Ursprung des Namens Lonicera besteht Unsicherheit. Oft wird angenommen, dass Linnaeus, der den Namen vergab, dies tat um Johann Lonitzer zu ehren, einen deutschen Arzt und Naturhistoriker (1499-1569). Aber es ist auch möglich, dass er die Lonicera nach Adam Lonicer benannte, einem Arzt und Naturkenner aus dieser Zeit, der Autor von u.a. ‘Naturalis Historae Opus Novum’.

Für die Mediziner unter uns ist es vielleicht interessant, dass das Geißblatt in der Zeit der Römer bei Brustleiden und Harnwegsinfektionen verwendet wurde.