Der Kaktus: eine prickelnde Geschichte

Der Kaktus ist wieder modern! In den 60er, 70er und frühen 80er Jahren waren Kakteen aus dem Wohnzimmer nicht wegzudenken. Sie sind wieder da und dürfen sich auf Fensterbänken, in Schaufenstern und im Büro zeigen. Was macht den Kaktus so besonders?



Die Anziehungskraft des Kaktus

Jeder, der jemals einen riesigen Kaktus im echten Leben gesehen hat, weiß, wie beeindruckend diese Pflanze ist. Die größte Kaktussorte, der Cardon, ist etwa 19 Meter hoch. Aber auch der kleinste Kaktus, der sogenannte Blossfeldia liliputana, der so klein wie Ihre Fingerspitze ist, hat eine große Anziehungskraft. Dass Kakteen so interessant sind, liegt wahrscheinlich an ihrer tropischen Note, den besonderen Formen, den wunderlichen Stacheln, den schönen Farben und der einfachen Pflege. Später in diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Pflege des Kaktus.

Der Kaktus und seine Herkunft

Ursprünglich stammt der Kaktus aus Nord-, Mittel- und Südamerika und einige Arten kommen aus Ostafrika, Madagaskar und Sri Lanka. Durch den Welthandel hat sich der Kaktus in andere Teile der Welt verbreitet. Es gibt etwa 2000 Kakteenarten, von denen die meisten in Mexiko vorkommen. In der freien Natur können Kakteen etwa 200 Jahre alt werden. Der älteste Kaktus aller Zeiten ist stolze 300 Jahre alt geworden.

Arten von Kakteen und blühenden Kakteen

Es gibt viele Arten von Kakteen und grundsätzlich können alle Arten blühen. Ob der Kaktus Blüten bekommt, hängt von der richtigen Pflege und dem Alter der Pflanze ab. Ein Kaktus kann nur blühen, wenn er reif ist. Die Größe des Kaktus bestimmt, wann der Kaktus blüht. Je größer der Kaktus, desto länger dauert es, bis er blüht.

Schnell blühende Kakteen

Der Lidkaktus oder Weihnachtskaktus ist der Kaktus, der am schnellsten und einfachsten blüht. Der Lidkaktus kann bereits nach 2 Jahren blühen und erhält jedes Jahr neue Blüten. Runde Kakteen wie der Nippelkaktus und der Parodia sowie kurze Stielkakteen wie der Schwiegermutterstuhl blühen im Allgemeinen schnell: innerhalb von 3 bis 5 Jahren. Die Farben der Blüten unterscheiden sich: Weiß, Rosa bis Rot, Grün, Gelb, Magenta, Lila und Orange.


Weniger schnell blühende Kakteen

So genannte Säulenkakteen wie der Elefantenkaktus, der Cleistocactus straussii, der Pilocereus azureus, der Polaskia „Chichipe“ und der Cereus peruvianus „Florida“ blühen sehr spät, weil sie weniger schnell reif sind. Der Florida-Kaktus blüht zuerst, aber erst nach 8 Jahren.

Andere Arten von Kakteen: der Scheibenkaktus oder der Häschenkaktus

Es gibt auch lustig aussehende Kakteen. Der Scheibenkaktus, auch Häschenkaktus genannt, sieht aus wie ein Kaninchen. Auch dieser gehört zu den blühenden Kakteen, die nach 5 Jahren ihre Blüten zeigen.

Kaktus mit Kügelchen

Haben Sie schon einmal einen Kaktus mit einem roten oder anders gefärbten Kügelchen gesehen? Dabei handelt es sich um eine Kreuzung zwischen verschiedenen Kakteen. Zum Beispiel ist der berühmte Rotfleckenkaktus eine Kreuzung zwischen den Kakteen Gymnocalycium mihanovichii und dem Lobivia silvestrii. Vertun Sie sich nicht, denn das Kügelchen ist keine Blüte, sondern gehört zur Erscheinung des Gymnocalycium-Kaktus.

Den Kaktus pflegen

Ein Kaktus ist eine pflegeleichte Pflanze. Sie brauchen kaum Wasser und können problemlos an einem Ort mit wenig Licht stehen. Hier finden Sie ein paar allgemeine Pflegetipps:

  • Sorgen Sie dafür, dass der Kaktus Licht bekommt. Am besten Sonnenlicht, jedoch nimmt der Kaktus auch mit Kunstlicht Vorlieb.
  • Gießen: die Menge an Wasser, die der Kaktus braucht, hängt von der Größe der Pflanze und der Jahreszeit ab. Von November bis März müssen Sie kein oder nur sehr wenig Wasser geben. Der Kaktus sollte dann auch besser an einem kühleren Ort in Ihrem Haus stehen. Dadurch geht er in einen Ruhezustand über und kann danach wieder voll aufblühen! Ab März können Sie wieder mehr Wasser geben: einmal alle drei oder vier Wochen ein bisschen. Lassen Sie den Boden anschließend wieder vollkommen austrocknen. Sie sind sich nicht sicher, was Ihr Kaktus braucht? Gießen Sie lieber einmal weniger. Wenn zu viel Wasser vorhanden ist, ist die Gefahr des Verrottens der Wurzeln größer.
  • In dem Zeitraum, in dem Sie den Kaktus jede Woche gießen, können Sie dem Wasser etwas Kakteennahrung hinzufügen. Dadurch wird sichergestellt, dass der Kaktus stärker, gesünder und schöner wird.
  • Kaktus umtopfen: Das Umtopfen des Kaktus ist sehr wichtig. Wenn es so aussieht, als ob er nicht mehr in den Topf passt oder wenn Wurzeln aus dem Loch am Boden des Topfes wachsen, können Sie Ihren Kaktus am besten in einen größeren Topf pflanzen. Sie können den Kaktus umtopfen, indem Sie ihn vorsichtig mit dicken Gartenhandschuhen anfassen. Lassen Sie den Kaktus dann zwei Wochen ruhen, setzen Sie ihn nicht direktem Sonnenlicht aus, und geben Sie ihm kein Wasser. Nach zwei Wochen setzen Sie den Kaktus wieder an seinen alten Platz und Sie können ihn einfach wieder gießen.

Einen Kaktus anschaffen

Wollen Sie auch so einen lustigen, anregenden Kaktus in Ihrem Wohnzimmer haben? Dann achten Sie auf folgende Punkte:

  • Für die optimale Pflege des Kaktus ist es ratsam, den Kaktus in speziellen Kaktusboden zu setzen.
  • Achten Sie darauf, den richtigen Topf zu kaufen. Der Topf darf nicht zu klein und nicht zu groß sein. Es wird ein Topf mit einem Loch am Boden und einer Untertasse empfohlen, damit der Kaktus überschüssiges Wasser speichern kann. Tipp: Gießen Sie das überschüssige Wasser weg. Bevorzugen Sie einen schönen Topf, der an der Unterseite kein Loch hat? Vergewissern Sie sich, dass Sie spezielle Kakteenerde verwenden, und achten Sie besonders auf das Gießen.

Kaktustipps und Ideen

Aufgrund der Vielfalt der Kakteen und ihrer einfachen Pflege können Sie viel mit ihnen anfangen. Einige tolle Kaktustipps und Ideen:

  • Der Minikaktus ist so klein wie ein Daumen! Sie können diesen kleinen Kaktus überall hinstellen, da er keinen Platz benötigt und sich leicht mit anderen Pflanzen kombinieren lässt.
  • Große und kleine Kakteen: Erstellen Sie eine schöne Gruppe verschiedener Kakteen in verschiedenen Größen.
  • Blühende Kakteen mit „normalem“ Grün mischen.
  • Machen Sie eine schöne Ecke mit stehenden und hängenden Kakteen.
  • Setzen Sie einen Kaktus in einen Glaskolben für eine tropische Atmosphäre in Ihrem Wohnzimmer. Diesen können Sie aufstellen oder aufhängen. Oder schaffen Sie Ihr eigenes Miniterrarium!
  • Pflanzenwand: Haben Sie das schon mal gesehen, eine Pflanzenwand? Der Kaktus eignet sich ausgezeichnet dafür. Alles was Sie brauchen, ist ein (Holz-) Schrank, Kakteenerde und Kakteen Ihrer Wahl. Vergewissern Sie sich, dass der kleine Schrank gut befestigt ist.

10 wissenswerte Fakten über Kakteen

1. Säulenkakteen sind nicht nur schön, sondern können auch Strahlung in Ihrem Zuhause entfernen. Wenn Sie unter den Wellen Ihres Fernsehgeräts, der Mikrowelle, des Telefons oder des Computers leiden, setzen Sie am besten einen Säulenkaktus in Ihr Zimmer. Er wird die elektromagnetischen Wellen sammeln und reduzieren.

2. Einige Kakteen haben akustische Eigenschaften, wodurch Sie mit den Nadeln Musik machen können.

3. Die Nadeln von Kakteen sind eigentlich angepasste Blätter, die den Kaktus vor seinen Feinden schützen und sicherstellen, dass der Kaktus keine Feuchtigkeit verliert.

4. In Kakteen erfolgt die Photosynthese über den Stamm.

5. Kakteen wirken luftreinigend.

6. Einige Kakteen haben medizinische Eigenschaften und werden daher in Arzneimitteln verwendet.

7. Außerdem werden Kakteen in Lebensmitteln, Getränken, Werkzeugen und Baumaterialien verwendet.

8. Kakteen werden von Insekten und Kolibris bestäubt.

9. Der Kaktus Opuntia fragilis, eine Art Scheibenkaktus, kann Temperaturen von -37 standhalten.

10. Einige denken, dass Aloe Vera ein Kaktus ist, aber das stimmt nicht. Das einzige, was sie gemeinsam haben, ist, dass sie beide Fettpflanzen oder auch Sukkulenten sind. Dies bedeutet, dass die Pflanze Wasser in einem bestimmten Teil der Pflanze speichert. Der Kaktus und die Aloe Vera sind beide saftig, aber die Aloe Vera ist kein Kaktus, verstehen Sie?