Das Geheimnis von Anissaat



Ursprünglich kommt der Anis aus dem fernen Osten und ist mit den großen Handelskarawanen nach Europa gekommen. 
Schon in der Zeit der Ägypter wurde die Anispflanze für diverse Zwecke gebraucht. Auch im Alten Testament wurde schon über die Anwendung von Anis gesprochen. Die Römer verwendeten das Kraut vor allem auf kulinarische Weise bei ihren bekannten Festmalen, aber es wurde auch ein Teil der Saat bei Verdauungsstörungen gebraucht. Die Saat sollte den 'Bösen Blick' abhalten, indem man sie in einem Kräuterbeutel auf dem Körper trug. Überall im Römischen Reich konnten Sie die Anispflanze finden.

Anis können Sie im Frühjahr selbst aussäen, am besten in etwas kalkhaltigem Boden. Die Pflanze wird ca. 50 cm hoch und hat ein zartes Aussehen. Die weißen schirmförmigen Blüten erscheinen im Laufe des Sommers und versprühen einen leichten Duft. Wenn Sie die Pflanze in Ihrem Beet stehen haben, müssen Sie die ausgeblühten Blütenschirmchen abknipsen, jedenfalls, wenn Sie im kommenden Jahr keinen Garten voll mit Anis haben möchten. Die Saat können Sie trocknen und später zu vielen Gerichten verwenden.

Anis wirkt stimulierend auf die menschlichen Drüsen. So wurde schon von altersher den Wöchnerinnen Essen mit Anis oder Tee gereicht. In den Niederlanden kennt man den Brauch, zur Ehre von Neugeborenen 'Eierzwieback mit Mäuschen' anzubieten. Die Saat wird in eine weiß-rosa oder weiß-blaue Zuckerlage gegeben (abhängig vom Geschlecht des Babys) und als gefärbte Mini-Mäuschen auf Eierzwieback gestreut. In anderen Teilen Europas kennt man es, Anissaat in Schnaps zu verarbeiten, der bei Hochzeiten ausgegeben wird, der sogenannte 'Hochzeitsbonbon'. Auch hier steht im Hintergrund, daß die Saat einen günstigen Einfluß auf die Fruchtbarkeit des getrauten Paares haben soll.